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Bericht Bezirksblätter Kitzbühel

Oberndorfer Bauer gewinnt 2. Nachhaltigkeitspreis

(Foto: Kogler)

Werner Hofer ist ein Vorzeigebeispiel wie man Kreislaufwirtschaft am Hof lebt. Präsident Hechenberger und LH-Stv. Agrarlandesrat Geisler gratulierten allen Siegern.

TIROL. Mit dem Josef Willi-Nachhaltigkeitspreis ehrt die Landwirtschaftskammer Tirol das nachhaltige Engagement der Tiroler Bauernfamilien. Auch heuer wurde diese Bewertung unter reger Teilnahme viehhaltender Betriebe durchgeführt. Von den acht Bezirkssiegern hob sich das Betriebskonzept von Familie Hofer aus Oberndorf in Tirol als Landessieger hervor.

Nachhaltige Landwirtschaft

„Nachhaltige, oder anders ausgedrückt kreislauforientierte, Landwirtschaft ist ein Balanceakt, den jede Bauernfamilie versucht zu meistern. Eine verantwortungsvolle Aufgabe, denn neben der Bewirtschaftung und dem Erhalt natürlicher Ressourcen, zählen auch der Schutz der biologischen Vielfalt, der Tierschutz, die Lebensmittelsicherheit und Landschaftspflege sowie der Erhalt von lebens- und wettbewerbsfähigen Bauernhöfen zur nachhaltigen Landwirtschaft“, erklärte LK-Präsident Josef Hechenberger bei der Prämierungsfeier in Thaur.

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Wirtschaften für die Zukunft

„In der Tiroler Land- und Forstwirtschaft ist das Denken in Generationen und der sorgfältige Umgang mit den natürlichen Ressourcen seit jeher tief verankert. Der Betrieb der Familie Hofer ist aber auch insofern ein besonderes Beispiel für Nachhaltigkeit, weil die kreislauforientierte Wirtschaftsweise im Einklang mit dem wirtschaftlichen Erfolg steht“, gratuliert LHStv. Josef Geisler der Gewinnerfamilie. Mit dem Umstieg auf Bio-Heumilch liefere der Betrieb der Familie Huber ein Produkt, das nicht den Mechanismen des Weltmarktes ausgesetzt ist. Und mit dem Einstieg in die Bio-Fleischproduktion besetzen Elisabeth und Werner Hofer eine erfolgversprechende Nische. Als Energiereferent freut sich Geisler auch über die Vorreiterrolle des Hofes in der nachhaltigen Energieversorgung mit erneuerbaren Energieträgern. „Nachhaltigkeit heißt Zukunftsfähigkeit. Das zeigen Elisabeth und Werner Hofer auf beeindruckende und vielfältige Weise“, wünscht LHStv. Josef Geisler den Preisträgern weiterhin viele Erfolg. Seine Anerkennung spricht er aber auch den Bezirkssiegern aus.

Ökologisch, ökonomisch, sozial

Untergliedert in 52 Kriterien wurden die besonderen Leistungen der bäuerlichen Betriebe in den drei Hauptkategorien ökologische, soziale und ökonomische Nachhaltigkeit bewertet. 61 Bauernhöfe haben sich dieser Bemessung unterzogen. „Mit unserer Prämierung möchten wir jene Betriebe auszeichnen, die sich über die Mindeststandards hinaus, verstärkt auf eine nachhaltige Bewirtschaftung bemühen und so Vorbildwirkung für andere haben. Wir wollen keine Schein-Nachhaltigkeit, sondern ehrliche Praxis“, so Josef Hechenberger. Nach den milchviehhaltenden Betrieben im Vorjahr wurde 2015 der 2. Nachhaltigkeitspreis an viehhaltende Betriebe verliehen. Aus den acht Bezirkssiegern hat sich der Landessieger punktemäßig an die Spitze gesetzt.

Der Landessieger

Den Bio-Hof „Ried am Bichlbach“ in Oberndorf haben Werner und Elisabeth Hofer vor zehn Jahren übernommen. „Im Zuge dessen haben wir auf Bio-Heumilch umgestellt und neben der Milchviehhaltung die Mutterkuhhaltung forciert. Um die Qualität des Grundfutters zu steigern haben wir 2007 einen neuen Laufstall mit Heubelüftung, Entfeuchteranlage und Dachabsaugung gebaut. Zusätzlich wurde auf dem Stalldach eine Solaranlage installiert“, stellt Werner Hofer seinen Betrieb vor. Aus dem hofeigenen Wald mit 16 ha wird im Sinne der Nachhaltigkeit das Brennholz für den Scheitholzkessel, zur Warmwasseraufbereitung und Heizung des Wohngebäudes, bezogen. Am Hof werden 35 Stück Vieh, davon rund 20 Milchkühe, mit eigener Nachzucht gehalten. In Zukunft will sich die Familie verstärkt der Bio-Fleischproduktion widmen und zwar mit dem Spezialprodukt „Wagyu-Rindfleisch“. Seit dem Frühjahr werden sieben Wagyu-Rinder am Hof gehalten. Für das Bio-Fleisch im Hochpreissegment hat er bereits eine Kooperation mit dem örtlichen Metzger vereinbart. „Besonders in der gehobenen Küche ist dieses Fleisch begehrt aufgrund der feinen Fettmarmorierung“, erklärt Hofer.

Die Kreislaufwirtschaft wird am Hof „Ried am Bichlbach“ aufrichtig gelebt. So wird das ganze Vieh im Sommer auf die eigene Alpe, die Griesner Alm im Kaiserbachtal, aufgetrieben. Hühner und Weidegänse werden für den Eigenverbrauch gehalten und als Gebietsvertreter der Imker besitzt Werner Hofer natürlich auch Bienenstöcke. Das Obst der Streuobstwiesen wird vom Vater Josef, der mit seiner Frau im Nebengebäude wohnt, zu Schnaps gebrannt. Auch für die Hofübernahme ist bereits bestens gesorgt mit zwei Söhnen, im Alter von zwei und fünf Jahren, von Elisabeth und Werner Hofer.

Alle Bezirkssieger:

* Kitzbühel: Werner Hofer, „Ried am Bichlbach“, Oberndorf in Tirol (Landessieger)
* Kufstein: Julia Bramböck und Hans-Peter Maier, „Kohlerhof“, Kramsach
* Lienz: Peter Dörfl, „Untermaierhof“, Assling
* Landeck: Herbert Wolf, „Asterhof“, Prutz
* Reutte: Wilhelm FLORIAN, „Schuchterlis“, Weissenbach am Lech
* Imst: Andreas Röck, „Biohof Sendler“, Wenns
* Innsbruck/Innsbruck Land: Markus Thür, „Klausenhof“, Navis
* Schwaz: Alexandra Kammerlander, „Wermenerhof“, Fügenberg

Ein Gedanke zu „Bericht Bezirksblätter Kitzbühel“

  1. Mr WordPress sagt:

    Hi, das ist ein Kommentar.
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